Zufrieden bleiben als Gestalter

Zunächst ist die Begeisterung groß: eine Idee jagt die nächste und der Entwurf entsteht wie im Handumdrehen. Dann setzt das Rumtüfteln und Perfektionieren ein. Schließlich meldet sich der Kunde zu Wort und schmeißt alles über den Haufen.

Kennst du diesen Ablauf und verlierst mit fortschreitender Projektdauer die Zufriedenheit an deiner kreativen Arbeit? In diesem Beitrag verrate ich dir, warum wir überhaupt in die Abwärtsspirale geraten und wir als Gestalter zufrieden bleiben.

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Hallo!

Heute möchte ich mit dir darüber sprechen, wie du als Gestalter zufrieden bleibst. Und damit meine ich gar nicht so sehr, mit einem Ergebnis zufrieden bleiben, das bereits entstanden ist. Ich meine vielmehr, in deiner Arbeit zufrieden bleiben; im kreativen Prozess, während du an etwas arbeitest.

Ich muss daran Situation denken, wie ich mit 16 Jahren im Kunstunterricht saß und ein Acrylgemälde für eine geplante Ausstellung vorbereitete. Ich war dabei total im kreativen Flow, voll in meinem Element, und hatte auch schon viel auf die Leinwand gebracht. Irgendwann meldeten sich die ersten kritischen Gedanken: Hier könnte ich noch mal drüber arbeiten, da noch etwas dazu malen und dort die Farbe neu anmischen. Dann kam mein Kunstlehrer um die Ecke und gab mir ein Zwischen-Feedback, das mich total aus der Bahn warf. Und schließlich war da noch der zeitliche Druck, weil das Gemälde bis zur nächsten Woche fertig und trocken sein musste, damit es in der Ausstellung hängen konnte.

Warum wir nicht zufrieden bleiben

Vielleicht kennst du das von deiner kreativen Arbeit: Du startest mit großer Begeisterung, es entstehen schnell Entwürfe, Texte, Konzepte und eine gute Idee jagt die nächste. Dann setzt irgendwann der Überarbeitungsmodus ein und du beginnst, die Dinge zu perfektionieren. Schließlich kommt noch der Kunde um die Ecke und schmeißt alles über den Haufen. Vom Gefühl her wird etwas eng, ein Tunnel geht zu, du verlierst den Flow, den Kontakt zu dir und die Begeisterung für deine Arbeit. Je weiter es auf die Deadline zugeht, desto mehr Hektik kommt hinzu – wie soll man da zufrieden bleiben?

Wir verlieren die Zufriedenheit, weil wir das Vertrauen in uns selbst verlieren.

Wir verlieren im Laufe des kreativen Prozesses die Zufriedenheit, vor allem weil wir das Vertrauen in uns selbst verlieren. Und wir beginnen dann, uns stärker im Außen zu orientieren. Zum Beispiel an der Erwartungen des Kunden oder daran, was in der Branche gerade angesagt ist.

Kreativität beginnt, wenn wir uns zeigen

Diese Orientierung im Außen steht im starken Widerspruch dazu, wie wir als Menschen funktionieren – psychologisch und emotional. Da gibt es nämlich einen tiefen Wunsch, eine ganz tiefe Sehnsucht danach, sein zu dürfen und so sein zu dürfen, wie wir sind; uns mit allem einzubringen, was aus uns heraus kommt. Da liegt übrigens auch unsere Kreativität. Sie liegt nicht darin, Erwartungen zu erfüllen oder uns an bestimmten Rahmenbedingungen zu orientieren; sondern sie liegt dort, wo wir ganz bei uns sind und den kreativen Fluss aus uns heraus zulassen.

Unsere Kreativität zeigt sich nur, wenn wir uns zeigen dürfen.

Deswegen ist das bei mir im Coaching auch die erste und wichtigste Stufe, die wir uns anschauen. Hieran arbeiten wir sehr intensiv, am „mentalen und emotionalen Fundament“. Da geht es darum, wie ich mich mit meinen Bedürfnissen und Wünschen lebe und zulasse. Erst, wenn wir damit eine Sicherheit und Stabilität und einen gewissen Komfort entwickelt haben, können wir auf der nächsten Stufe souverän in den Kontakt zu Kunden, Mitbewerbern und zum Markt treten. Und darüber mit unserer Arbeit in der Welt das bewegen, was wir bewegen wollen.

Uns spüren lernen und zufrieden bleiben

Wenn du in deiner kreativen Arbeit schon spürst, dass die Begeisterung flöten geht, du hektischer wirst und beginnst, dich im Außen zu orientieren, dann herzlichen Glückwunsch: Du hast du schon ein Bewusstsein für dich selbst entwickelt. Das macht es wesentlich leichter, dich zurückzuholen und wieder mit dir zu verbinden.

Wenn du spürst, dass die Begeisterung flöten geht: Herzlichen Glückwunsch!

Merkst du hingegen erst am Ende deiner Projekte, wie unzufrieden du bist, oder hegst du Fluchtfantasien wie „Beim nächsten Kunden/Projekt wird alles besser“, dann will ich dir heute ein ganz konkretes Werkzeug an die Hand geben: eine Übung, mit der zu dich wieder mit dir verbinden und so zufrieden bleiben kannst.

Diese Mini-Meditation hilft dir im Alltag

Diese Übung ist eine Mini-Meditation. Nicht, weil wir uns in Schneidersitz setzen und „Om “ singen, sondern weil wir uns einfach einen achtsamen Moment im Arbeitsalltag nehmen, um uns wieder mit unserem emotionalen Fundament zu verbinden – also dem Ort, wo unsere Kreativität und Zufriedenheit liegen.

Und das geht so:

  1. Atme tief ein und komplett wieder aus. Schließe vielleicht die Augen.
  2. Sage dir in Gedanken ganz ruhig: „Ich bin jetzt hier.“ Versuch das ernst zu nehmen, langsam zu sprechen und jedes Wort zu spüren.
  3. Öffne deine Augen wieder, orientiere dich kurz im Außen und komm zurück zur Arbeit.

Wenn ich das mache, merke ich sofort, wie eine Last von mir abfällt und mein ganzer Körper entspannt. Ich verlasse die Mini-Meditation oft mit einem sanften Lächeln und dem Gefühl, dass das Drama um Korrekturen, Deadlines und Abstimmungen doch nicht so dramatisch ist.

Nachhaltig zufrieden bleiben als Gestalter

Diese einfache und kurze Übung kannst du immer dann anwenden, wenn der Tunnel sich verengt. Wenn du dich stark im Außen orientierst und deine Unzufriedenheit im Projekt zunimmt. Sie wird dich dabei unterstützen, wieder Zugang zu deiner Kraft und Kreativität zu finden und mit deiner Arbeit zufrieden zu bleiben.

Ich freue mich von dir zu hören, was diese Übung bei dir auslöst! Schick mir dazu gerne eine Nachricht.

Herzliche Grüße,
Patrik

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