Wer bezahlt, bestimmt

Dein Auftraggeber will, dass du etwas für ihn machst, worauf du überhaupt keinen Bock hast? Meine Coachees fühlen sich in dieser Situation oft gezwungen, es doch zu tun: Sie ignorieren ihre inneren Widerstände und beißen die Zähne zusammen, weil sie Angst haben, den Kunden zu verlieren.

In diesem Beitrag zeige ich dir, warum es besser ist, nicht immer alles zu tun, was man von dir verlangt – und welche Alternativen du hast, um dein Verhältnis mit einem fordernden Auftraggeber zu entstressen.

Wer bezahlt, bestimmt Video

Vielleicht kennst du die Situation: Du hast einen großen Auftraggeber (oder deinen Hauptauftraggeber) und der möchte, dass du für ihn ein kleines Projekt umsetzt, auf das du überhaupt keine Lust hast. Du bist aber überzeugt davon: ich muss das tun, sonst ist er unzufrieden mit mir, vielleicht verliere ich ihn an einen Mitbewerber, und so weiter …

„Ich muss das tun, sonst ist mein Auftraggeber unzufrieden mit mir.“

Wenn meine Coachees solche Situationen erleben, fühlen sie sich oft gefangen wie in einem Hamsterrad – und das in der eigenen Selbstständigkeit! Erstaunlich ist, dass sie dann trotz ihrer inneren Widerstände tun, was von ihnen verlangt wird. Und genau das bestätigt die ursprüngliche Annahme: Wer bezahlt, bestimmt.

Ich möchte dir heute drei Alternativen zu dieser Denkweise aufzeigen, die dein Verhältnis mit deinem Auftraggeber wesentlich entstressen werden.

Alternative 1: Flucht nach vorne

Die krassestes Möglichkeit ist es, die Zusammenarbeit zu beenden. Genau hier steckt auch die größte Angst meiner Coachees: Was passiert, wenn dieser Auftraggeber nicht mehr da ist? Wie finanziere ich mich dann? Wie komme ich über die Runden?

Eine Möglichkeit, sich davor zu drücken, die eigentlichen wichtigen Themen anzugehen – zum Beispiel Grenzen setzen, siehe nächster Punkt – ist es, dem Ganzen schon vorzugreifen und sich in die Flucht nach vorne zu stürzen.

Alternative 2: Grenzen setzen

Wo du keine Grenzen gesetzt hast, kannst du dich auch nicht beschweren, das jemand drüberlatscht. Also es ist wichtig, einem Auftraggeber auch aufzuzeigen, wo Schluss ist, was sinnvoll ist und was nicht mehr sinnvoll ist. Das ist deine Aufgabe, deine beratende Funktion, deine Expertise.

Wo du keine Grenzen gesetzt hast, kannst du dich auch nicht beschweren, das jemand drüberlatscht.

Das schmeckt deinem Auftraggeber vielleicht nicht auf Anhieb – gerade, wenn er es nicht gewohnt ist, dass du Grenzen setzt; aber ich verspreche dir, dass es die Zusammenarbeit (vor allem dein Gefühl zur Zusammenarbeit) wesentlich verbessern wird.

Alternative 3: Fokuswechsel

Damit das einfacher wird, arbeite ich mit meinen Coachees gerne zunächst daran, eine schwierige Zusammenarbeit mit anderen Gedanken und Gefühlen anzugehen. Statt dir den ganzen Tag zu erzählen: „Ich hab gar keinen Bock darauf … das fällt mir so schwer … am liebsten würde ich was ganz anderes machen …“, kannst du dein Gehirn und deine Gefühle mal auf die Reise schicken, was in genau dieser Situation, in der du steckst, Wunderbares  möglich wäre.

Was kannst du in einem Projekt lernen, das du nur machst, weil du glaubst zu müssen?

Dabei helfen solche Fragen wie: Was kann ich an dieser Aufgabe, an diesem Projekt lernen? Wie kann ich mich daran stärken? Wo kann ich wachsen? Was kann ich daraus für mich mitnehmen?

Wer bezahlt, bestimmt – wirklich wahr?

Diese drei Alternativen stehen dir jederzeit zur Verfügung, wenn du mit einem Auftraggeber konfrontiert bist, der Dinge von dir verlangt, auf die du keine Lust hast. Du hast immer Alternativen dazu, dich von demjenigen, der dich bezahlt, bestimmen zu lassen.

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