So klappt’s auch im Team: Vorannahmen prüfen

Heute geht es um’s Team. Und mit Team ist im weiteren Verlauf dieses Beitrags die Gruppe von Menschen gemeint, mit denen Du regelmäßig oder intensiv zusammenarbeitest. Vielleicht hast Du ein Dream Team, also Leute, auf die Du Dich verlassen kannst, die sich gegenseitig unterstützen. Aber auch im besten Team kommt es hin und wieder zu Konflikten.

gg4 vorannahmen pruefen

Dass es zu Konflikten kommt, hat mit dem zu tun, was wir im letzten Beitrag besprochen haben: Du erlebst Dein Team und die Zusammenarbeit aus Deiner Perspektive. Du als gewachsener Mensch mit Deinen Erfahrungen, Ängsten, Wünschen und Bedürfnissen. Doch sind in diesem Team nun auch noch viele andere Menschen mit ihren jeweiligen Erfahrungen, Ängsten, Wünschen und Bedürfnissen (die ganz anders aussehen können als Deine eigenen).

Und weil wir tendenziell zu wenig miteinander sprechen (oder: zu wenig richtig), setzen wir – aus unserer Weltsicht gedacht – bei unseren KollegInnen Dinge voraus, die nicht unbedingt gegeben sind.

Eine Geschichte, wie das Leben sie schreibt

Zu Vorannahmen gibt es eine schöne Geschichte von Paul Watzlawick. Die Geschichte handelt von einem Mann, der ein Bild aufhängen will. Der Mann hat einen Nagel, jedoch keinen Hammer, um den Nagel in die Wand zu schlagen. Nun weiß er, dass sein Nachbar einen Hammer hat und so beschließt er rüberzugehen und sich den Hammer auszuborgen. Doch dann melden sich einige Gedanken:

Gestern war mein Nachbar schon so kurz angebunden. Vielleicht hat er gar keine Lust, mit mir zu sprechen. Den Eindruck hatte ich ja schon öfter. Wahrscheinlich kann er mich gar nicht leiden. Dabei habe ich ihm überhaupt nicht getan! Sicher würde er mir seinen Hammer nicht leihen. Ätzend! Würde mich jemand fragen, ich würde meinen Hammer sofort verleihen. Mein Nachbar aber nicht – was ein Menschenfeind! Wie kann man jemanden einen so einfachen Gefallen abschlagen?

Der Mann steigert sich immer weiter in die Gedanken rein und als er schließlich vor der Tür seines Nachbars steht und der öffnet, schreit der Mann seinen Nachbarn an: „Behalten Sie doch Ihren bescheuerten Hammer!“

Vorannahmen in Deinem Kopf

Wo ist nun die Parallele zu Deinem Berufsalltag? Im Job sind wir ja nicht nur nett miteinander am Plauschen, sondern wir sind auch aufeinander angewiesen. Wir müssen uns gegenseitig unterstützen, um Unternehmensziele zu erreichen. Und vielleicht brauchst Du mal etwas von einer Kollegin und es melden sich einige Gedanken, die dagegen sprechen:

  • Dafür braucht die wieder ewig!
  • Die wird sowieso nein sagen!
  • Dann reißt die das ganze Projekt an sich!

Wenn Du mit solchen Vorannahmen geladen bist, wirst Du mit einer entsprechenden Stimmung auf Deine Kollegin treffen. Und das ist keine gute Voraussetzung für ein schönes Miteinander und schon gar nicht für die konstruktive Zusammenarbeit.

Weniger ärgern, mehr leisten!

Hast du Auftraggeber, die dich unter Druck setzen? Die sich ständig einmischen und viel zu viel fordern? Oder solche, dich machen lassen, nur um am Ende alles zu kritisieren?

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Diese Stimmen, die sich in Deinem Kopf melden – Deine Vorstellung davon, wie andere sind oder wie sie Dich sehen –, das sind Vorannahmen. Vorannahmen bilden sich, damit Du schneller entscheiden kannst. Eine Effizienzfunktion des Gehirns, damit wir nicht jedes Mal Grundsatzdiskussionen mit uns selbst führen müssen und alles neu bedenken. Auf der Basis von Vorannahmen können schnell Entscheidungen getroffen werden, oft ohne dass diese ins Bewusstsein treten.

So klappt’s auch im Team: Vorannahmen prüfen

Leider machen manche Vorannahmen über andere im Team die Arbeit nicht einfacher und effizienter, sondern sorgen für Konflikte. Ich hoffe, dass Dir diese Podcast-Folge dabei hilft, Deine Vorannahmen zu prüfen und besser mit Deinen Kollegen zu kommunizieren.

Dazu interessieren mich Deine Erfahrungen:

Wer stört Dich im Moment sehr … und warum? Welche Vorannahmen hast Du über diese Person, auf die sich Dein Urteil stützt?

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Hallo, ich bin Patrik Frauzem.

Ich helfe Experten der Kreativbranche, ihre Talente und Fähigkeiten ungebremst zu entfalten und damit in der Welt wirklich etwas zu bewegen – egal wer oder was gerade stresst.
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