Warum alle von Stress sprechen, aber keiner was sagt

Heute geht es um unseren Umgang mit Belastung und auch Überlastung im Job. Die Überschrift, die ich dafür gewählt habe, lautet: „Warum alle von Stress sprechen, aber keiner was sagt“. Was ich damit meine sind die Plattitüden, die wir uns täglich über Stress sagen und anhören.

gg12 von stress sprechen

In der Straßenbahn, in der oft unterwegs bin, habe ich zum Beispiel neulich das hier gehört:

  • Da sagt eine Frau zu ihrer Freundin: „Danke für die Einladung, aber ich hab gerade total viel Stress!“
  • Ein Mann erzählt am Telefon: „Meine Chefin stresst wieder rum!“

Jeder spricht darüber, aber keiner sagt wirklich was:

  • Die Frau sagt ihrer Freundin nicht, wie der Stress genau aussieht: ob er ihr schlechte Laune macht, die Motivation raubt, ob sie schlecht schläft, wie die Belastung sich auf sie auswirkt.
  • Und der Mann erzählt am Telefon nicht, wodurch die Chefin ihn stresst oder warum er sich davon aufbringen lässt.

Wenn wir unsere Belastungen richtig angehen wollen, davon bin ich überzeugt, müssen wir auch in der Lage sein, darüber zu sprechen. Ich plädiere ganz stark für eine neue Offenheit im Umgang mit Stress. Und die setzt an zwei Stellen an.

Offenheit gegenüber Dir selbst

… darüber, wie sich der Stress bei Dir auswirkt

Das ist die Voraussetzung für alles: Eine Offenheit darüber, wie sich der Stress bei Dir auswirkt. Was passiert in Deinen Gefühlen, in Deinem Körper, in Deinem Verhalten?

  • Befindest Du Dich in einem Motivationsloch?
  • Hast Du Schlafstörungen, vermehrt Rückenschmerzen?
  • Ziehst Du Dich zurück aus Deinem Freundeskreis, machst Du überhaupt noch private Dinge?

Wenn Stress Überlastung ist, kommt er immer mit Konsequenzen. Und diese Konsequenzen sind wichtige Warnzeichen, die uns zeigen, dass etwas nicht stimmt.

… darüber, welche anderen Lebenswelten der berufliche Stress berührt

Welche Lebenswelt leidet unter dem Stress, den Du im Job hast? Hast Du zum Beispiel weniger Zeit für die Familie, für Freunde? Gehst Du noch Deinen Hobbies und Interessen nach?

Wenn Du in einer Stressphase im Job Deine ganze Energie auf die Arbeit legst, verzichtest Du auf einen wichtigen Anker in einer ruhigeren Lebenswelt. So ein Anker ist aber wichtig, weil er Dich erden und relativieren könnte.

… darüber, welchen Anteil Du an dem Stress hast, den Du erlebst

Vielleicht denkst Du jetzt: „Nee, mein Kollege stresst ja!“, oder: „Nee, meine Chefin macht immer alles kompliziert!“ – Genau hier liegt der Knackpunkt. Der meiste Stress, den wir im Job erleben, liegt im Miteinander. Dort sind wir immer auch mit beteiligt und können auch mitgestalten. Wie fühlt sich das für Dich an, Dir einzugestehen, dass Du da eine Rolle spielst – sowohl für die Belastung als auch für die Entlastung?

Offenheit gegenüber anderen

…, sich Erleichterung zu verschaffen

Es ist okay, Belastungen und Überlastungen zu erleben und auch zuzugeben. Die passieren uns allen – nur die Wenigsten sprechen darüber. Versuchst Du es, wirst Du auf mehr offene Ohren stoßen, als Du jetzt glaubst. Denn eine solche Offenheit, die wünschen wir uns alle insgeheim, trauen uns aber nicht.

…, nach Hilfe zu fragen

Hast Du Dir selbst und anderen Offenheit entgegengebracht, könnte der nächste Schritt sein, nach Hilfe zu fragen: Nur wer fragt, dem kann geholfen werden! Deine Offenheit Dir und anderen gegenüber wird sich als nützliches Instrument erweisen, von anderen auch Offenheit und Unterstützung zu bekommen.

Warum alle von Stress sprechen, aber keiner was sagt

Das hier ist Dein Blog & Podcast! Daher freue ich mich sehr über Deine Vorschläge:

Wo und wie erzählst Du anderen von Stress? Und wofür, glaubst Du, könnte es gut sein, offener damit umzugehen?

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