Vertröstet werden

Von Kunden vertröstet werden – wenn du selbstständig oder freiberuflich unterwegs bist, kennst du das wahrscheinlich. Entweder trifft der Kunde eine wichtige Entscheidung nicht oder er enthält dir Materialien vor, die du dringend für deine Arbeit brauchst …

Als ich früher noch in der Kreativbranche gearbeitet habe, konnte ich ein Lied davon singen. Und das Ende vom Lied war immer, dass ich mir die Nächte um die Ohren schlug, um das Projekt doch noch rechtzeitig fertigzukriegen.

Meine Kunden sind selbst dafür verantwortlich, wenn sie nicht mitarbeiten.

Heute im Coaching weiß ich: meine Kunden sind selbst dafür verantwortlich, wenn sie wichtige Infos nicht liefern oder nicht am Prozess mitarbeiten. Gerne erinnere ich sie ein Mal (!) an ihre Verantwortung, aber ich nehme sie nicht mehr auf mich – und damit auch nicht den Stress, der daran hängt. In diesem Beitrag zeige ich dir, warum wir überhaupt von unseren Auftraggebern vertröstet werden und was wir selbst tun können, um den Druck zu reduzieren.

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Warum wir von unseren Kunden vertröstet werden 

Ich erinnere mich noch gut, als ich früher selbst in der Rolle eines Auftraggebers: als Projektleiter auf Kundenseite habe ich gemeinsam mit einer externen Agentur eine neue Online-Plattform aufgesetzt. Aus dieser Zeit weiß ich noch gut: Als Auftraggeber hat man tausend andere Dinge auf dem Schreibtisch. Du hast ja dein Tagesgeschäft – das, was du eigentlich machst – und das Projekt – im meinem Fall die Online-Plattform. Mir blieb damals also nur ganz wenig Arbeitszeit, in der ich mich dem Projekt zuwenden konnte.

Auch gilt es, als Auftraggeber im Projektverlauf viele Entscheidungen zu treffen. Zwar konnte ich einen Großteil davon eigenverantwortlich fällen, die letzte Instanz war aber immer noch die Geschäftsführung. In anderen Fällen gibt es vielleicht sogar einen Vorstand. Du kannst dir vorstellen: wenn Entscheidungen durch solche Instanzen und Prozesse müssen, dauert das schon mal eine Weile.

Als Auftraggeber musste ich Verantwortung übernehmen, wenn ich etwas entschied.

Ferner haben Auftraggeber oft Bedenken, eine Entscheidung final zu treffen, einen Text oder ein Bild zu liefern, einen Entwurf abzusegnen. Denn damit ist es aus der eigenen Hand, aus der eigenen Kontrolle und man kann nicht mehr so einfach etwas daran ändern. Als Auftraggeber musste ich Verantwortung übernehmen, in dem Moment, wenn ich etwas entschied. Auch das kann ein Grund sein, warum wir als Experten, als Selbstständige, als Freiberufler von unseren Auftraggebern immer wieder vertröstet werden.

Wie Selbstständige meistens darauf reagieren

Von dieser anderen Perspektive erzähle ich dir, damit du auch mal aus den Augen deines Auftraggebers auf die Situation schaust. Das soll aber nicht bedeuten, dass du das Vertröstet werden einfach hinnehmen musst, alles schulterst und in letzter Minute in die Breche springst. Doch genau das sehe ich immer wieder:

Wir machen uns großen Stress, indem wir versuchen versuchen, das Projekt doch noch fertigzustellen. Darunter leiden die anderen Verpflichtungen, die wir als Selbstständige und Freiberufler haben: andere Projekte, weitere Kunden, die Akquise. Und darunter leiden auch private Verpflichtungen. (So habe ich früher oft private Termine abgesagt, um für einen Auftraggeber etwas fertigzukriegen. Kennst du das?)

Wenn wir glauben, die fehlende Mitarbeit unserer Kunden kompensieren zu müssen, erzeugen wir selbst den Druck, der uns runterzieht.

Wenn du hier schon eine Weile mitliest, dann weißt du: Der ganze Stress, der durch das Vertröstet werden entsteht, entsteht in unserem Kopf. Weil wir glauben, wir müssen stark sein. Weil wir glauben, wie seien der Fels in der Brandung für unsere Kunden. Weil wir annehmen, dass sie sich hundertprozentig auf uns verlassen. Und weil wir diese Verantwortung annehmen und ihnen beweisen wollen, wie gut wir funktionieren.

Der Witz ist: Tatsächlich funktionieren wir dann gar nicht gut, sind gar nicht stark. Der Druck, der durch das Vertröstet werden entsteht, führt dazu, dass wir gar nicht unsere beste Leistung fahren können. Das Ergebnis leidet und der Auftraggeber bekommt letztlich auch viel weniger als er eigentlich von uns bekommen könnte.

Was meine geniale Kollegin gegen das Vertröstet werden unternahm

Um dir zu zeigen, wie man auch damit umgehen kann, wenn anderen uns vertrösten, möchte ich dir von einer Kollegin erzählen, mit der ich vor vielen Jahren zusammengearbeitet habe. Sie hat in dieser Zeit ein internationales Fachmagazin für die Designbranche betreut, das aus den Beiträgen vielen Gastautoren zusammengestellt wurde, die über die ganze Welt verteilt waren. Als Redaktionsleitung war es dir Aufgabe meiner Kollegin, dass alle Gastautoren ihre Artikel rechtzeitig liefern, damit das Magazin entstehen kann.

Da ging es oft um Fristen, zum Beispiel die Deadline der Drucklegung des Magazins oder die Fristen für die Gastartikel. Und meine Kollegin wurde natürlich immer wieder vertröstet. Ganz anders als ich darauf reagiert hätte, war ihre Haltung aber: „Gut, im Notfall müssen wir die Deadline eben verschieben“ – ja, sie meinte die Veröffentlichung des Magazins! Das war damals für mich ein revolutionärer Gedanke. Das geht ja überhaupt nicht, eine Drucklegung zu verschieben! Aber sie war davon überzeugt (und damit hatte sie natürlich recht): „Davon geht die Welt nicht unter.“ Und sie glaubte fest daran, dass alles kommunizierbar sei.

„Davon geht die Welt nicht unter. Alles ist kommunizierbar.“

Diese Geschichte möchte ich dir heute mit auf den Weg geben. Wenn du das nächste Mal von einem Kunden vertröstet wirst und der Druck wächst, was kannst du dann tun, wie kannst du dafür sorgen, dich nicht aufzureiben? Wenn du Unterstützung dabei brauchst, melde dich.

Und wenn du nicht mehr vertröstet werden willst, es dir aber schwer fällt, das gegenüber deinem Auftraggeber zu kommunizieren, dann komm in meine kostenfreie E-Mail-Serie. In den nächsten zwei Wochen zeige ich dir dort, wie du souverän bleibst und für die Dinge einstehst, die dir wichtig sind, um wirklich gute Arbeit zu leisten:

Weniger ärgern, mehr erreichen!

Hast du Auftraggeber, die dich unter Druck setzen? Die sich ständig einmischen und viel zu viel fordern? Oder solche, dich machen lassen, nur um am Ende alles zu kritisieren?

In meiner kostenfreien E-Mail-Serie verrate ich dir, wie du trotz nerviger Kunden dein kreatives Talent zur Blüte bringst und mit deiner Arbeit in der Welt wirklich etwas bewegst.

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Hallo, ich bin Patrik Frauzem.

Ich helfe Experten der Kreativbranche, ihre Talente und Fähigkeiten ungebremst zu entfalten und damit in der Welt wirklich etwas zu bewegen – egal wer oder was gerade stresst.
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