Verbrannte Erde

Einmal die ganze Wut rauslassen und dem Auftraggeber sagen, was du wirklich von ihm hältst. Klingt verlockend? Ich hab’s mal gemacht und festgestellt: verbrannte Erde nützt niemanden – zuletzt mir selbst. Davon erzähle ich heute.

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Einmal die ganze Wut rauslassen, einmal so richtig toben und dem Auftraggeber sagen, was du wirklich von ihm hältst … Klingt verführerisch, oder? Ich hab das mal gemacht und aus kann aus eigener Erfahrung sagen: Es fühlt sich nicht so gut an, wie ich es mir erhofft hatte.

Hey, wo bleibt das befreiende Gefühl?

Ehrlich gesagt schlug mir das Herz bis zum Hals, als ich meinem Ärger Luft gemacht habe. Mir war heiß und kalt und ich habe mein Gegenüber sogar angeschrien (was ich sonst gar nicht von mir kenne). Meinen Coachees geht es ähnlich: in Extremsituationen wie diesen verhalten sie sich oft ganz anders als sie es von sich und andere es von ihnen kennen.

Ehrlich gesagt schlug mir das Herz bis zum Hals.

Ja, es stimmt: in solch einem Moment steckt wahnsinnig viel Energie. Und vielleicht entsteht der Eindruck, dass es befreiend sei, das alles mal rauszulassen. Es überwiegen aber die Gefühle, mit denen wir nicht so gerne Zeit verbringen: Wut, Trauer und Scham.

Ich habe mir damals gesagt: „So! Jetzt hab ich’s dieser Person mal so richtig gezeigt!“ Aber auch das hat sich wie eine Befreiung angefühlt, sondern viel mehr wie eine Selbstrechtfertigung, dass meine rasende Wut und meine laute Stimme okay waren.

Verbrannte Erde und dann: alles besser als zuvor?

Oft ist es so, dass wir Menschen im Leben zwei Mal begegnen, gerade wenn wir in der gleichen Branche bleiben. Haben wir zuvor verbrannte Erde hinterlassen, schwingt immer dieses blöde Gefühl im Alltag mit: Wie verhalte ich mich, wenn mir die Person wieder über den Weg läuft?

Panik: Wie verhalte ich mich, wenn ich der Person wieder begegne?

Einer meiner Coachees hat auch von einer Angst berichtet, die angegriffene Person könnte nun einen schlechten Eindruck von ihm haben und diesen auch mit anderen teilen, ihn in Verruf bringen. Darüber haben wir erstmal keine Kontrolle – das kann die Person tun oder lassen. Aber an der Angst, die wir davor empfinden, daran können wir arbeiten.

Ich habe in meinem Leben schon mehrmals verbrannte Erde hinterlassen. Aus meinen Erfahrungen habe ich den Schluss gezogen: verbrannte Erde nützt niemanden, zuallerletzt mir selbst.

Dem Wut-Impuls stressfrei Raum geben

Wenn du gerade jemandem mal so richtig die Meinung sagen willst und einfach Bock hast, die Erde zu verbrennen, dann schieb diesen Wut-Impuls nicht einfach zur Seite, weil du die bisherigen Zeilen gelesen hast. Es ist ein wahnsinnig spannender Moment, aus dem du ganz viel für dich rausziehen kannst. Die folgenden drei Fragen helfen dir dabei:

1) Warum will ich eigentlich die Erde verbrennen?

Die erste Frage lautet: Warum will ich eigentlich verbrannte Erde? Ich wollte damals, dass mein Gegenüber endlich aufwacht und sieht, was alles schief läuft; dass sie endlich merkt, wo wir bisher versagen und ihre Verantwortung daran übernimmt.

Was ist das für dich? Warum willst du gerade die Erde verbrennen?

2) Wo bin ich da fair? (Wirklich fair? (Echt jetzt!))

Die zweite Frage, die sich dann anschließt, lautet: Wo bin ich da fair? Zugegeben, es ist recht schwer, das objektiv zu beurteilen, wenn man in der Wut oder in der Enttäuschung drinsteckt und nur noch um sich schlagen will. In solchen Situationen kann ein Coaching hilfreich sein, indem dir ein Außenstehender hilft, alles zu sortieren und fair zu bewerten.

Wut und Fairness gehen nicht so gut zusammen.

In meiner Situation damals konnte ich das auch nicht alleine. Jetzt im Rückblick kann ich sagen: Ich war da nicht ganz fair, weil ich vorher schon ganz viel in mir angefressen hatte, weil ich wenig von dem, was mich störte, thematisiert hatte und weil ich nicht konsequent war bei den Dingen, die ich thematisiert hatte.

Die zweite Frage für dich, wenn du gerade am liebsten verbrannte Erde hinterlassen würdest, lautet daher: Wo bin ich da fair?

3) Wie kriege ich das, ohne verbrannte Erde zu hinterlassen?

Wenn du das für dich geklärt hast, kannst du dir die dritte Frage stellen. Sie lautet: Wie kriege ich das hin, ohne verbrannte Erde zu hinterlassen? Bei mir wäre das gewesen:

  • öfter das Gespräch suchen,
  • Missstände konstruktiv ansprechen,
  • konsequent bleiben, wenn sich nichts verändert,
  • die Zusammenarbeit beenden, wenn das mit mir nicht mehr zusammengeht.

Wie kannst du für dich und deine Produktivität und dein Wohlbefinden sorgen, ohne verbrannte Erde zu hinterlassen? Das ist die dritte Frage, die du dir stellen kannst.

Nie mehr verbrannte Erde mit Kunden

Wenn du dich angesprochen fühlst und es dir aktuell schwer fällt, die Konflikte mit deinen Auftraggebern konstruktiv zu klären, dann vertiefe dieses wichtige Thema gerne durch weitere Reflexion – vor allem aber durch Umsetzung in deinem Alltag.

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