Warum ich fast ertrunken wäre und wie du jede Stresswelle sicher surfst

Mit elf Jahren wäre ich fast im Meer ertrunken. Davon möchte ich dir heute erzählen – ein traumatisches Schlüsselerlebnis für mich und ein schönes Bild für den Umgang mit Stress. Wenn bei dir immer viel los ist und du dazu neigst, in Phasen hoher Belastung durchzupowern, dann ist dieser Artikel besonders interessant für dich. Ich verrate dir nämlich, wie du dich für die Spitzenzeiten in deinem Business optimal wappnest und jede Stresswelle sicher surfst.

Warum ich fast ertrunken wäre und wie du jede Stresswelle sicher surfst

Als Kind fast im Meer ertrunken

Die Geschichte, von der ich erzählen will, hat sich vor 20 Jahren abgespielt. 1998 war ich gerade 11 Jahre alt, als meine Tante und mein Onkel mich dazu einluden, den Urlaub mit ihnen auf Lanzarote zu verbringen. Ein riesen Abenteuer, denn ich war noch nie zuvor mit dem Flugzeug geflogen. Die üblichen Urlaube meiner Kindheit gingen mit dem Auto an die Nordsee oder nach Österreich.

Ich erinnere mich noch genau: Am ersten Tag des Urlaubs kaufte meine Tante mir an einem Strandkiosk eine Luftmatratze. Die war knatschgelb, auf einer Seite transparent und hatte bunte Flecken. Während meine Verwandten am Strand in der Sonne lagen, bin ich mit dieser Luftmatratze auf dem Meer gepaddelt.

Stresswelle Luftmatratze Artikelbild

Ein paar Tage später schwamm ich ziemlich weit auf’s Meer raus. Der Wellengang nahm zu und plötzlich kam eine große Welle auf mich zu, schleuderte die Luftmatratze weg und zog mich unter Wasser. Mit der ganzen Gewalt der Wassermassen spülte mich die Welle in Richtung Strand. Immer wieder versuchte ich hochzukommen, schluckte dabei viel Wasser und bekam Salz in die Augen. Bis ich schließlich – mit letzter Kraft und viel Glück – am Strand angespült wurde.

Dort hustete ich erst einmal das Salzwasser aus den Lungen und blieb noch lange perplex sitzen, um zu verarbeiten, was gerade geschehen war. Heute – 20 Jahr nach diesem Erlebnis – habe ich immer noch Respekt vor großen Wassermassen, Schwimmbädern und dem Meer. Ich traue mich zwar rein, fühle mich aber nicht sicher. So ein Erlebnis hinterlässt Spuren.

Reißt die nächste Stresswelle dich mit?

Wirst du auch manchmal von einer Welle erfasst? Ich meine nicht von einer Wasserwelle, sondern von Stress und Hektik, hohen Anforderungen und unerwarteten Situationen? Oft ziehen uns solche Dinge runter und halten uns lange unter der Oberfläche. Und manchmal kommen wir aus der Tiefenströmung nicht zurück: wir werden über unsere Arbeit krank oder entwickeln eine Unzufriedenheit mit dem Leben.

Es kann aber auch anders kommen. Vielleicht kennst du anstrengende Situationen, in denen du eine unfassbare Energie entwickelst, dich hohe Anforderungen zu Höchstleistungen anspornen, Hektik dich schneller ans Ziel kommen lässt …

Willst du auf deiner Welle, wie auch immer die gerade aussieht, lieber elegant zum Strand surfen statt möglicherweise unterzugehen? Wenn du außergewöhnliche Belastungen nicht nur gelassen meistern möchtest, sondern dadurch sogar produktiver werden willst, inspirieren dich vielleicht die folgenden Erkenntnisse, die ich aus dem Kindheitserlebnis mitgenommen habe.

So surfst du sicher statt unterzugehen

1) Lage richtig einschätzen

Mit meinen elf Jahren auf der Luftmatratze im Atlantischen Ozean hatte ich schon genug zu bewältigen. Die Gefahr, die von den starken Wellen ausging, hatte ich komplett unterschätzt. Wenn du gerade mit einem hohen Belastungsniveau unterwegs bist und es rollt eine neue Arbeitswelle an, dann frag dich doch mal: „Kann ich das jetzt gerade bewältigen? Kann mir das sogar nutzen, um eine Zeit lang noch produktiver zu sein? Oder belastet es mich nur und führt dazu, dass ich mich keiner Aufgabe mehr richtig widmen kann?“

Meistens stellen wir uns diese Fragen nicht. Und ganz selten nur hören wir auf die Warnsignale, die unser Körper und unsere Gefühle uns senden. Daher möchte ich dich einladen, einen Moment lang innezuhalten und hinzuhören, wie es dir eigentlich geht.

2) Passenden Tools kennen

Meine wabbelige Luftmatratze war offensichtlich nicht das richtige Tool, um sich elegant und kraftvoll zum Strand tragen zu lassen. Vielleicht wäre es ein festes Surfbrett gewesen … Wenn bei dir gerade keine Wassermasse anrollt, sondern eine Stresswelle, dann überleg dir mal, welche Werkzeuge helfen könnten, die hohen Anforderungen zu meistern.

Das können ganz unterschiedliche Dinge sein:

  • Struktur: Kalender, To-Do-Liste, Tages- oder Wochenstruktur, …
  • Prioritäten: Klarheit darüber, was gerade wirklich wichtig ist …
  • Grenzen: Nein sagen zu Anfragen von außen; du musst nicht alles annehmen …
  • Hilfe & Unterstützung: Aufgaben delegieren, strategischen Rat holen, Coaching, …
  • Gelassenheits-Übungen: Meditationen zum Runterkommen, Atemübungen, um neue Kraft zu tanken …

Hast du im Moment das Wissen und die Tools, die du brauchst, um gelassen durch Phasen hoher Belastung zu gehen? Wo fehlt dir vielleicht etwas und wie kannst du es dir holen?

3) Gut vorbereitet sein

1998 war ich auf meiner Luftmatratze zum allerersten Mal im Meer. Somit war ich nicht gut vorbereitet auf die Gefahren, die dort lauern. Auch wenn ich das richtige Tool gehabt hätte, vielleicht ein Surfbrett, wäre ich vermutlich nicht besser dran gewesen, da mir die Fähigkeiten gefehlt hätten, darauf sicher zum Strand zu gleiten.

Es stellt sich also die Frage, wie gut du vorbereitet bist, um mit hohen Belastungen umzugehen. Ich möchte dich dazu einladen, etwaige Lücken zu schließen, solange du deinen Alltag noch einigermaßen entspannt meistern kannst. Damit bereitest du dich gut vor für den Fall, dass eine unerwartete Stresswelle auf dich zurollt.

Wenn du beispielsweise zwei Mal pro Woche eine fünfminütige Meditation einlegst, wirst du mit dem Ablauf vertraut und kannst sie bald schon in kürzerer Zeit anwenden. Wenn es in deinem Alltag dann mal wieder hoch hergeht, brauchst du nur eine Minute oder sogar nur zehn Sekunden, um runterzukommen und neue Kraft zu tanken.

Das kannst du tun, wenn die Stresswelle dich umreißt

4) Möglichen Ernstfall ernstnehmen

Auch ein geübter Surfer kann, wenn er von einer harten Welle erfasst wird, untergehen. Manchmal kennen wir die richtigen Tools, haben uns gut vorbereitet – und trotzdem läuft alles aus dem Ruder. Hier beobachte ich bei meinen Coaching-Kunden eine spannende Dynamik: Hohe Belastungen werden kleiner gemacht, ausgeblendet, schön geredet.

Sinnvoller wäre es, eine Spitzenlast als solche zu erkennen, sie anzunehmen und zu akzeptieren, dass sie gerade viel Energie fordert. Wenn es dir gelingt, dein Belastungsniveau realistisch einzuschätzen und dabei ehrlich mit dir zu sein, wirst du auch besser wissen, wann es zu viel wird und du Notfallmaßnahmen ergreifen musst.

Im Fall der Fälle kannst du dann beispielsweise neu priorisieren, weniger wichtige Projekte eine Zeit lang zur Seite legen und somit Stress aus deinem Alltag nehmen. Oder die Zusammenarbeit mit besonders schwierigen Kunden nochmal überdenken.

5) Überlastung bewusst anschauen

Vorhin habe ich dir erzählt, wie ich am Strand angespült wurde und dort erstmal perplex liegenblieb. Ich brauchte Zeit, um zu realisieren, was eigentlich passiert war. Stehst du manchmal an dem Punkt, wo du merkst: „Das war jetzt zu viel. Das kann ich / will ich nicht nochmal so machen?“ Klar: Wahrscheinlich hast du die hektische Zeit überlebt. Aber was hat das mit dir gemacht?

Wir wollen ja den Spaß an unserer Arbeit beibehalten und weiter leistungsfähig die Dinge in die Welt bringen, die uns als Selbstständige und Unternehmer am Herzen liegen; vielleicht sogar die eigene Leistung dabei weiter optimieren. Genau dafür ist es wichtig, dass du dir Zeit nimmst und spürst, was hohe Belastung und auch Überlastung mit dir macht.

Meiner Erfahrung nach kommt alles, was wir heute ausblenden oder wegdrücken, morgen mit doppelter Schlagkraft zurück. Gerade brenzlige Situationen bieten die Chance, viel zu lernen – wenn du dir die Zeit dafür nimmst, sie zu reflektieren.

Warum ich fast ertrunken wäre und wie du jede Stresswelle sicher surfst

Heute hast du von einem traumatischen Erlebnis aus meiner Kindheit erfahren: Mit elf Jahren wäre ich auf den Kanaren fast ertrunken, als mich eine starke Welle erwischt und untergespült hat. Die Wasserwelle aus meiner Kindheit habe ich mit der Belastungswelle verglichen, die dich in deinem Alltag heute jederzeit erwischen kann.

Damit du nicht untergehst, sondern die Stresswellen in deinem Leben sicher surfst, habe ich dir für Tipps mitgegeben. Wichtig ist es,

  • die Gefahrenlage richtig einzuschätzen,
  • passende Werkzeuge zum Stressabbau zu kennen,
  • zu trainieren und damit gut vorbereitet sein,
  • einen möglichen Ernstfall ernstzunehmen und
  • Überlastungssituationen bewusst zu reflektieren.

Ich wünsche dir viel Erfolg und Gelassenheit!

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