Warum Du ständig angespannt bist und wie Du da raus kommst

Gehst Du gerade auf dem Zahnfleisch? Schleppst Du Dich ausgelaugt von einer Baustelle zur nächsten? Solche Zeiten erinnere ich noch gut: Eine innere Unruhe hat dafür gesorgt, dass ich ständig angespannt war und es mir unmöglich erschien zu entspannen. Obwohl ich auch damals schon wusste, wie wichtig es ist, meine Batterien wieder aufzuladen, ist es mir in der Hektik meines Alltags einfach nicht gelungen.

Mittlerweile begleite ich Menschen im Coaching dabei, genau das zu schaffen: auch in den turbulenten Phasen ihres Lebens gelassen zu bleiben. Heute möchte ich mit Dir mal hinschauen, warum wir überhaupt so angespannt sind – und natürlich verrate ich Dir auch, wie Du besser mit dieser Anspannung umgehen kannst.

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Ständig angespannt, weil Du Schwerstarbeit leistet

Als Selbstständige und Unternehmer leisten wir Herzensarbeit. Und auch, wenn Du angestellt bist und mir schon eine Weile folgst, gehörst Du wahrscheinlich zu den Menschen, die sich voll in ihrer Arbeit aufgehen. Wir stecken per se schon ziemlich viel Energie in unsere Arbeit und müssen neben dem Kontakt zu Kunden, Interessenten und Kollegen auch noch genug Kraft übrig haben für unsere privaten Beziehungen: Partnerin, Ehemann, Kinder, Haustiere, Freunde usw.

Wenn Du zwischen Business und Leben oft den Eindruck hast, Dich sehr anzustrengen, dann möchte ich Dir drei entlastende Fragen zur Selbstreflexion mit auf den Weg geben:

  • Was könntest Du gewinnen, wenn Du mal entspannst? Entspannen heißt ja nicht, alles fallen zu lassen und gar nichts mehr zu tun, sondern echte Entspannung ist eine Aktivität und will bewusst getan werden.
  • Was bürdest Du Dir auf, was gar nicht Deins ist? Organisierst Du die Arbeit oder das Leben für jemanden mit, der das selbst tun könnte? Wo bist Du in der Verantwortung und wo ist es jemand anderes?
  • Wo kann Dir jemand helfen und Dich entlasten? Du musst nicht alles selbst schultern, sondern kannst nach Hilfe fragen und Dich unterstützen lassen. In welchen Bereichen ist das möglich?

Ständig angespannt, weil die anderen Dich brauchen

Ob im Business oder im Leben, viele Dinge tun wir gar nicht bloß für uns, sondern vor allem für andere! Sei es die E-Mail an den Kunden, die vielleicht schon über den vertraglich vereinbarten Rahmen hinausgeht; Aktivität in Social Media, also Mitlesen, Diskutieren und Posten; oder auch Unterstützung von Kollegen und Freundem, die gerade unsere Aufmerksamkeit brauchen.

Es ist toll und wichtig, dass Du Dich um andere kümmerst. Aber: Wie sehr kümmerst Du Dich um Dich? Wie wichtig nimmst Du Dich selbst? Und wo setzt Du Grenzen, was Hilfe und Unterstützung angeht? Denn genauso wie Du anderen helfen darfst, darfst Du auch Anfragen ablehnen, nein sagen und Grenzen so setzen, dass genug Energie für Dich selbst übrig bleibt. Ich sehe das so: Nicht nur die anderen brauchen Dich, sondern auch Du brauchst Dich. Und nur, wenn Du Zeit in Dich investierst, hast Du die Kraft, Dich um die Menschen zu kümmern, die Dir am Herzen liegen.

Nicht nur die anderen brauchen Dich, sondern auch Du brauchst Dich.

Fällt Dir das in Deinem Alltag schwer? Dann empfehle ich Dir, im Kleinen zu beginnen und Dir nur wenige Minuten am Tag für Dich zu nehmen. Am besten geht das mit meinem Gelassenheits-Kick. Das ist eine kurze Audio-Übung, mit der Du zwischendurch schnell entspannst und neue Kraft tankst, um dann fokussiert und in Deiner Kraft weiterzumachen.

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Ständig angespannt, weil Du Dich in Details verlierst

Vielleicht kannst Du Dich aber gut abgrenzen und fokussieren … vielleicht zu gut? Feilst Du lange an Dingen herum: am Konzept für den nächsten Workshop, an dieser wichtigen E-Mail oder auch nur an einem Social Media Post? Dann versuchst Du das Ergebnis zu optimieren, das Beste rauszuholen. Aber es kann auch passieren, dass Du Dich in den Details verlierst und in Bedrängnis gerätst. Denn, wenn wir viel Zeit auf eine Sache verwenden, leiden zwangsläufig die anderen.

Ich gestehe: Ich war jahrelang Vorzeige-Perfektionist. Nicht, weil ich meine Arbeit so perfekt machen würde, sondern weil dieser Zwang, alles besonders gut und genau zu machen, mich ausgezeichnet hat. Zum Beispiel hätte ich niemals so drauflosgesprochen, wie ich es mittlerweile im Podcast tue. Und wenn Du Dir mal eine der ersten Folgen anhörst, wirst Du einen großen Unterschied entdecken. ;) An diesem Beispiel sieht man sehr schön, dass Perfektionismus uns nicht nur davon abhält, den nächsten Schritt in unserem Business zu gehen, sondern auch dazu führt, dass wir den Kontakt zu den Menschen verlieren, für die wir unsere Arbeit tun. So hatte ich meine Podcast-Folgen früher Wort für Wort vorbereitet, abgelesen und minutiös geschnitten – wodurch sie ziemlich nüchtern klangen.

Perfektionismus erschwert den Kontakt zu den Menschen, für die wir unsere Arbeit tun.

Ein anderes Beispiel: Wenn ich zuhause stundenlang an einem Workshop-Konzept rumdenke, weiß ich noch lange nicht, ob meine Ideen, Struktur, Übungen bei den Teilnehmern auf Resonanz stoßen. Ich bin nicht im Kontakt mit der Außenwelt, sondern in einem Elfenbeinturm, von dem aus ich glaube, es am besten zu wissen. (Natürlich weiß ich gar nichts, weil ich da oben ja nix mitkriege.) :D

Wenn Du Dich jetzt ertappt fühlst, dann gib Dir selbst mal eine Erlaubnis. Nimm Dir einen Moment Zeit, schließ Deine Augen und sprich – laut oder im Geiste – die folgenden Statements nach:

  • Ich darf Fehler machen und daraus lernen.
  • Ich darf mich so menschlich zeigen wie ich bin.
  • Ich darf den Kontakt mit anderen genießen.

Was passiert da in Deinen Gefühlen und in Deinem Körper, wenn Du Dir diese Erlaubnisse gibst? Nimm Dir den Satz, bei dem Du am stärksten anschlägst und schreib ihn auf einen Zettel. Wenn Du den Zettel am Badezimmerspiegel oder über Deinem Schreibtisch aufhängst, wirst Du immer wieder daran erinnert, Dir diese Erlaubnis zu geben.

Ständig angespannt, weil Du an etwas festhältst

Wenn Du ständig angespannt bist, könnte es auch daran liegen, dass Du an etwas festhältst, das einfach nicht funktioniert. Wie der Kapitän auf einem sinkenden Schiff, der bis zum letzten Moment versucht, das Ruder rumzureißen, letztlich aber mit dem Kahn untergeht. Dieser Kapitän ist für mich kein besonders guter Unternehmer.

Ich habe in den letzten zwei Jahren meiner Selbstständigkeit vor allem gelernt loszulassen: von Ideen, die mal genial erschienen, deren Zeit dann aber vorbei war; von Produkten, die sich nicht oder nicht mehr verkauft haben; und auch von Kunden, mit denen die Zusammenarbeit schwierig war oder werden würde.

Der Kapitän auf dem sinkenden Schiff ist für mich kein besonders guter Unternehmer.

Meine Lernerfahrung daraus lautet: Ich muss mich nicht verausgaben und ich muss nicht jeden Kunden oder jedes Projekt retten. Manche Dinge haben ihren Zenit einfach überschritten oder sie sollen nicht sein und dann ist die klügste Entscheidung, sie loszulassen.

Wenn Du manchmal glaubst, an etwas festhalten oder jemanden retten zu müssen, dann frag Dich mal:

  • Warum hältst Du hieran fest? Welches Bedürfnis befriedigt es bei Dir, dranzubleiben? Was hält Dich noch davon ab, loszulassen?
  • Was könnte Neues entstehen, wenn Du loslässt? Wenn Du etwas loslässt, schaffst Du immer auch Raum für Neues in Deinem Leben.

Ständig angespannt, weil Du Du überall mitspielst

Bei manchen Coaching-Kunden erlebe ich auch eine Angst davor, etwas Wichtiges zu verpassen: nicht mehr up-to-date zu sein, bei den Kollegen nicht dazuzugehören oder am Markt kein aktiver Player mehr zu sein. Das erzeugt den Druck, überall mitspielen zu müssen. Vielleicht kannst Du Dir das vorstellen: Wenn Du immer super informiert sein willst, bei jedem Event den Kopf reinsteckst und überall ein bisschen mitdiskutierst, dann nimmst Du zwar alles ein bisschen mit, aber nichts so ganz.

Genau dieses Gefühl habe meinen Coachees dann: nicht ganz, nicht vollständig zu sein. Sie fühlen sich getrieben und vermissen eine Basis, sehnen sich nach Ruhe und Gelassenheit. Wenn’s Dir auch so geht, möchte ich Dich dazu einladen, mal innezuhalten und ganz achtsam zu beobachten, was bei Dir gerade abgeht.

Zugegeben: Das fällt den Getriebene besonders schwer. Genau deshalb lege ich Dir meinen Gelassenheits-Kick ans Herz. Der ermöglicht Dir in nur zwei Minuten, kurz anzukommen und dann mit neuer Kraft fokussiert weiterzumachen. Wenn Dir dieser Fokus gerade fehlt, dann probier die Übung auf jeden Fall aus.

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Warum Du ständig angespannt bist und wie Du da raus kommst

Und jetzt interessiert mich: Wenn Du Dich ständig angespannt fühlst, auf dem Zahnfleisch gehst und Dich ausgelaugt von einer Baustelle zur nächsten schleppst: Woran liegt das bei Dir?

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