Keine Motivation? So gehe ich mit der Unlust um

Kennst du diesen Moment, in dem irgendwie alles schwer ist? Wenn die Arbeit überhaupt keinen Spaß mehr macht? Wenn du dich durch den Arbeitstag quälst und überhaupt keine Motivation mehr hast? Solche Tage kenne ich noch gut von früher – deshalb möchte ich heute drei Tipps mit dir teilen, die mir geholfen haben und die ich auch heute noch anwende, um die Motivation zurückzugewinnen.

Keine Motivation? So gehe ich mit der Unlust um

Diese Tipps solltest du meiden, wenn du keine Motivation mehr hast

Im Internet findest du sehr viele Motivationstipps. Bei der Recherche für diesen Artikel habe ich darunter einige gute Ratschläge entdeckt, aber auch immer wieder Tipps gesehen, die ich nicht unterstütze.

Schlechter Tipp #1: Belohnungen

Vielleicht hast du einen Online-Shop und musst heute noch vierzig Päckchen versandfertig machen. (Wenn nicht, setze an dieser Stelle dein Business und eine typische Aufgabe ein.) Um die Arbeit zu versüßen, denkst du: „Danach gönne ich mir eine schöne Tasse Kaffee.“ Du hast dir also eine Belohnung geschaffen – und diese Belohnung hängt nun die ganze Zeit vor deiner Nase. Du darfst erst ran, wenn du alle Päcken gepackt hast.

Ich finde nicht, dass eine solche Belohnung die Motivation für deine eigentliche Aufgabe steigert – ganz im Gegenteil: Du quälst dich immer noch durch die Versandlieferungen und denkst dabei jetzt auch noch an etwas, das du im Moment nicht bekommst: deine Tasse Kaffee, die du so viel lieber hättest als Päckchen zu packen.

Statt mit Belohnungen zu arbeiten, rate ich dir, deine große Aufgabe (die 40 Päckchen) in kleine Etappen herunterzubrechen. Nach jedem erledigten Arbeitsschritt kannst du kurz innehalten und das Geschaffte anschauen. Statt „Ich hab’s erst geschafft, wenn die 40 Päckchen gepackt sind“ kannst du dann wertschätzen: „Wow! Fünf Pakete hab’ ich schon geschafft!“ – und der Fortschritt wird für dich erfahrbar. Ganz ohne Belohnung in der Ferne.

Schlechter Tipp #2: Zeitdruck

In manchen Artikeln raten die Autoren dir, künstlich Zeitdruck zu schaffen. Das heißt, Ddu sollst deinen Aufgaben ein frühes Verfallsdatum geben, auch wenn es das nicht gibt. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Vielleicht hast du mehr Zeit dafür, aber du sagst Dir: die 40 Päckchen müssen bis heute Abend fertig sein. Der kurze Zeitraum soll dich motivieren.

Manchmal funktioniert so ein „Selbstbetrug“ und steigert tatsächlich kurzfristig die Motivation. Vor allem hilft diese Technik dabei, etwas endlich fertigzumachen statt immer wieder aufzuschieben. Aber: den Druck zu steigern, wenn er schon sehr hoch ist, das ist keine gute Idee. Es funktioniert nur, wenn du dein Stressmanagement gut im Griff hast.

Statt zusätzlichen Zeitdruck aufzubauen, könntest du dir überlegen: Wie viel Zeit brauchst du wirklich und wie kannst du dir mehr Zeit schaffen? Zum Beispiel kannst du oft Stress rausnehmen, in dem du eine Deadline nach hinten verlegst. Wichtig: Hier geht es nicht um’s Aufschieben! Sondern es geht darum, zu überlegen, was du tun kannst, um krassen Leistungsdruck zu reduzieren und dadurch langfristig leistungsfähig zu bleiben.

Diese Tipps helfen dir wirklich, wenn du keine Motivation mehr hast

Jetzt kommen wir zu den drei Tipps, die mir geholfen haben und immer noch helfen, wenn ich keine Motivation mehr habe. So kannst du auch deine Motivation zurückgewinnen:

Guter Tipp #1: Wissen, wo du eigentlich hin willst

Hört sich vielleicht banal an, aber es ist wirklich wichtig, das Ziel der eigenen Arbeit zu kennen und zu wissen, wie es sich anfühlt, wenn du es erreichst. Woran wirst du den Erfolg erkennen? In unserem Beispiel könnte das Ziel ganz einfach sein: wenn die 40 Päckchen an die Post übergeben werden. Aber nicht immer ist das Ziel einer Aufgabe so eindeutig und einfach …

Oft arbeiten wir sehr kleinteilig vor uns her – beispielsweise Adressaufkleber an den Paketen anbringen – und verlieren darüber den Blick für den großen Zusammenhang: Was machen wir da eigentlich – und wofür machen wir es? Also: Wenn keine Motivation mehr da ist, tritt mal einen Schritt zurück und mach dir bewusst, wofür du deine Arbeit machst.

Guter Tipp #2: Große Ziele in kleine Schritte unterteilen

Manchmal sind wir im Klein-klein gefangen und brauchen den Blick über den Tellerrand hinaus, eben die Frage nach dem Was und Wofür; manchmal blockiert uns aber auch das ganz große Ziel, weil es einfach zu groß ist, als dass wir es bewältigen könnten.

Vielleicht kennst du das: Es gibt Projekte, die sich wie unbezwingbare Berge anfühlen. Schon der Gedanke daran macht uns 10 Kilo schwerer. Hier hilft es oft schon, das große Ziel in kleinere zu unterteilen, die einfacher handzuhaben sind.

Ein Beispiel: Ein potenzieller Auftraggeber soll mit einer Präsentation davon überzeugt werden, mit dir zusammenzuarbeiten. Es geht um ein Budget für mehrere Jahre – der Druck ist riesig. Wie kannst Du das jetzt verkleinern? Ganz einfach, in dem du „die Präsentation“ in kleine Schritte aufteilst: eine Location finden und buchen, einen Termin mit dem potenziellen Kunden abstimmen, die Präsentation gestalten, die Präsentation üben, Raum und Technik vorbereiten, … Aus dem Riesenziel werden machbare Schritte.

Am besten nimmst du diese kleinen Schritte wahr, wenn du sie dir aufschreibst oder aufzeichnest – beispielsweise in einem Kalender oder auf einer Wand mit Klebezetteln. Dann rückt das übergroße Ziel nämlich in den Hintergrund und du siehst einzelne Arbeitspakete, die du bewältigen kannst. Ich würde übrigens auch immer sichtbar machen, was schon erledigt ist: in dem du die Zettel verschiebst oder grüne Haken an alle erledigten Schritte malst. Finde da deine eigenen Methode – Hauptsache, du siehst deinen Fortschritt.

Guter Tipp #3: Eigene Grenzen berücksichtigen

Mein letzter Tipp für dich, wenn du keine Motivation mehr hast, klingt ganz simpel, ist wahrscheinlich aber der schwierigste: Berücksichtige deine Grenzen. Keiner von uns kann alles schaffen und nicht jeder kann gleich viel schaffen – das ist ganz normal, wir sind alle Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Wenn dich eine Aufgabe überfordert, wenn sie dich blockiert, dann bringt es nichts, dran zu bleiben und sich durchzubeißen.

Die Blockade, die dir da begegnet, ist ein wichtiges Zeichen deines Körpers, dass es zu viel ist. Abhilfe schaffen kannst du, wenn du die schwierige Arbeit mal einen Moment zur Seite legst und dich mit etwas beschäftigst, das leichter von der Hand geht. So lädst du deine Batterieren wieder auf und erlebst kleine Erfolge – und nicht nur Schwierigkeiten.

Wenn ich dir dazu rate, schwierige Aufgaben erst mal ruhen zu lassen, meine ich damit nicht, die schwierige Arbeit ganz wegzuschieben, zu verdrängen, zu vergessen oder einfach nicht zu erledigen. Sondern ich meine: die schwierige Arbeit eine Weile ruhen zu lassen – sei es einen Arbeitstag oder seien es nur 30 Minuten. Nimm dir eine Pause von dem, was dich blockiert, um danach zielgerichtet weiterzuarbeiten.

Was tust du, wenn keine Motivation mehr da ist?

Das sind also die drei Tipps, die mir geholfen haben, wenn ich keine Motivation mehr hatte: 1) Wissen, wo Du hin willst, 2) Große Ziele in kleine Schritte aufteilen und 3) die eigenen Grenzen berücksichtigen.

Und jetzt interessiert mich:

Wann fällt es dir besonders schwer, wieder in die Kraft zu kommen? Und womit versuchst du dich wieder zu motivieren?

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