Kannst du mal eben?

„Klar, kann ich machen – kein Problem!“ … bis es doch zu einem wird. So ging’s einem Coaching-Kunden von mir, der neue Anfragen seiner Auftraggeber gerne sofort zusagte und sich dann in Projekten wiederfand, auf die er gar keine Lust hatte.

In diesem Beitrag verrate ich, warum wir dazu neigen, direkt in die Bresche zu springen statt erstmal darüber nachzudenken, ob das für uns Sinn macht. Und ich zeige dir, wie du bei einer Anfrage für ausreichend Bedenkzeit sorgst.

Kannst du mal eben? Video auf YouTube anschauen

Vor einiger Zeit kam ein gestandener Unternehmer zu mir ins Coaching: seit fünf oder sechs Jahren erfolgreich am Markt, finanziell total gesettled; doch landete er immer wieder in Projekten, die für uns nicht passten.

Einige Wochen nach Beginn der Zusammenarbeit schienen seine Projekte nicht mehr so interessant zu sein. Er vermisste die anfängliche Begeisterung und hatte Bedenken, sich in den von ihm geforderten Aufgaben nicht voll entfalten zu können.

Dazu kam es überhaupt erst, weil ihn jemand fragte: „Kannst du noch in dieses Projekt reingehen?“ Oder: „Kannst du mal eben noch jene Aufgabe übernehmen?“ Und er hat immer direkt zugesagt.

Mein Coachee hatte sich also keine Zeit genommen, um zu überlegen: Passt das wirklich zu mir? Was wird da wohl stattfinden? Und wo kann mich das Projekt hinbringen? Sondern er hat aus Gewohnheit, aus Reflex immer sofort ja gesagt.

Warum wir reflexartig zusagen

Es gibt drei Gründe, warum wir vorschnell zusagen, die mir im Coaching immer wieder begegnen:

Wertschätzung

Ich stelle mir vor: Ein Kunde, den ich seit einiger Zeit betreue, kommt auf mich zu und fragt, ob ich ein neues Projekt mit ihm machen will. Das spricht für die Qualität meiner bisherigen Arbeit, oder? Und es ist ein Vertrauensbeweis meines Kunden, richtig? Ich wäre stolz, würde mich vielleicht auch ein bisschen gebauchpinselt fühlen und – natürlich – zusagen.

Begeisterung

Wenn sich früher ein neues Projekt anbahnte, war ich immer Feuer und Flamme: „Boah wie spannend, da muss ich unbedingt mitmischen!“ Die Wertschätzung kommt noch dazu: Der Auftraggeber fragt mich zuerst, fragt mich statt meiner Mitbewerber. Natürlich will ich die Chance nutzen und gemeinsam mit ihm Neuland betreten.

Angst

Vielleicht kennst du das: Manchmal sagen wir auch vorschnell zu, weil wir glauben, dass es die einzige Option sei. Wir befürchten, dass uns ein Kunde nach einer Absage nicht mehr fragt. Dass er enttäuscht von uns ist und schlecht über uns denkt oder redet.

Ich hab’s auf die harte Tour gelernt …

Als ich noch als freiberuflicher Designer gearbeitet habe, habe ich oft reflexartig Projekte zugesagt, weil ich stolz war, weil ich eine Chance gesehen habe oder auch weil ich Sorge hatte, nicht mehr gefragt zu werden. Wenn ich nach einiger Zeit festgestellt habe, dass es für ich nicht passt, hatte ich zwei Möglichkeiten: weiter durchquälen oder rausziehen? Manchmal habe ich mich dafür entschieden, die Entscheidung für eine Zusammenarbeit nachträglich zu widerrufen.

Es ist ungleich schwerer, sich aus einem angefangenen Projekt rauszuziehen und eine bestehende Zusage zurückzunehmen. Das braucht viel Energie und Mut. Du kannst es dir leichter machen, indem du vor einer Zusage für ausreichend Bedenkzeit sorgst und dir vorab gut überlegst, ob du etwas überhaupt machen willst – und gegebenenfalls ein souveränes Nein formulierst.

Mit Bedenkzeit eine bessere Entscheidung treffen

Manchen meiner Coachees fällt es schwer, gegenüber einem (potenziellen) Auftraggeber die nötige Bedenkzeit einzufordern. Hier sind drei Tipps, wie es leichter geht:

„Ich schau in meinen Kalender und melde mich zurück!“

Diesen Trick hat ein Coaching-Kunde während unserer Zusammenarbeit entwickelt. Er verweist bei jeder Anfrage zunächst auf seinen Kalender. Wenn ihn zum Beispiel jemand fragt, ob er noch ein zusätzliches Arbeitspaket übernehmen kann, verspricht er, in seinen Kalender zu schauen, was möglich ist und sich dann zurückzumelden. Der Trick lässt sich übrigens auch einsetzen, wenn du zwar viel Zeit/Kapazität hast, du auf ein Projekt aber einfach keine Lust hast – und es dir schwer fällt, das zu sagen.

„Wir sollten zunächst prüfen, wie das mit den definierten Zielen zusammenpasst!“

Wenn du schon in einem Projekt drin steckst und gefragt wirst, ob du mal mal eben noch eine Zusatzaufgabe übernehmen kannst, ist das hier hilfreich: Verweise darauf, dir den Projektverlauf oder die gemeinsam definierten Ziele noch Mal anzuschauen. Damit zeigst du, dass du eine Anfrage ernst nimmst – und demonstrierst Expertise.

„Um das beantworten zu können, brauche ich mehr Informationen!“

Weitere Informationen können dabei helfen, eine gute Entscheidung zu treffen. Wenn dich jemand anfragt, kannst du auch für ausreichend Bedenkzeit sorgen, indem du zunächst um die Klärung von Details bittest. Dadurch schaffst du einen Puffer, in dem du in Ruhe überlegen kannst, ob ein Projekt mit deinen Bedürfnissen und Wünschen zusammenpasst. Bekommst du dann noch zusätzliche Infos, wird die Entscheidung noch leichter.

Projekte, die wirklich zu dir passen

Ich hoffe, dass dir diese Anregungen dabei helfen, zukünftig in Ruhe zu entscheiden, ob ein Projekt zu dir passt oder eher nicht, statt vorschnell zuzusagen und das anschließend zu bereuen. Du musst nicht jeden Wunsch reflexartig bedienen, sondern darfst dich fragen, ob du ein Projekt wirklich machen willst, ob es dich in deinen Zielen unterstützt und ob du Lust darauf hast. :)

Du darfst dich immer fragen, ob du ein Projekt wirklich machen willst!

Wenn dir das im Moment noch schwer fällt oder du Unterstützung brauchst, um die für dich notwendige Bedenkzeit souverän gegenüber deinen Auftraggebern zu vertreten, dann komm gerne in meine kostenfreie E-Mail-Serie. Dort zeige ich dir, wie du selbstbestimmt deine beste Arbeit leistest, auch wenn deine Auftraggeber dich zu Zusatzaufgaben überreden und dir sofort eine Antwort abringen wollen:

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