Stress in Gelassenheit verwandeln – BarCamp Köln 2016

Am BarCamp Köln 2016 konnten die TeilnehmerInnen der „Anti-Stress-Fabrik“ Stressursachen in ihrem Berufsalltag identifizieren, im gemeinsamen Gespräch die eigene Perspektive erweitern und neue Lösungsansätze für Belastungen im Job entwickeln. Mehr hierzu – und zur Frage, wie ein BarCamp an sich dazu beiträgt, Stress in Gelassenheit zu verwandeln – erfährst Du in diesem Artikel.

Stress in Gelassenheit verwandeln – BarCamp Köln 2016
© Foto: Katja Evertz (CC 2.0 – Original wurde verändert.)

Für EinsteigerInnen: Was ist ein Barcamp?

Ein BarCamp ist ein basisdemokratisches Veranstaltungsformat, das im Regelfall ehrenamtlich organisiert und von den TeilnehmerInnen selbst vor Ort gestaltet wird. Es bietet den Austausch von Wissen und Erfahrungen, die Möglichkeit zum Kennenlernen neuer Menschen und Vertiefen vorhandener Kontakte, auf jeden Fall aber den Blick über den Tellerrand hinaus.

Denn das Programm steht vor einem BarCamp noch gar nicht fest, sondern wird erst vor Ort – von den TeilnehmerInnen selbst – definiert. JedeR TeilnehmerIn kann eine eigene „Session“ vorschlagen und erhält, bei genügend Interesse, dafür einen passenden Raum und ein einstündiges Zeitfenster.

Traditionell finden am BarCamp Köln viele Sessions zu Blogging, Social Media, Digitalisierung etc. statt, doch gab es auch in diesem Jahr einen bunten Strauß an spannenden Themen, die zur Erweiterung des eigenen Horizonts anregten. Zum Beispiel:

  • Instagram Stories
  • Improtheater
  • Pay what you want
  • Whiskey-Tasting Single Malts
  • Werteorientierte Führung
  • Langeweile ;) (Und die kam – außer im Session-Titel – wirklich nie auf.)

In der aufgeschlossenen Runde können übrigens nicht nur Themen, zu denen Sie den Input liefern, sondern auch solche, zu denen Sie gerne mehr wüssten. Bei 200 TeilnehmerInnen ist die Chance groß, dass sich Input und Austausch zum Wunschthema ergeben.

In diesem Jahr wollte ich mehr über „Best Practice“ bei YouTube wissen. 20 TeilnehmerInnen sind meinem Ruf gefolgt und haben engagiert mitdiskutiert. Ferner wollte ich mich mit KollegInnen über Workshop-Methoden austauschen. Auch hier fanden sich 20 TeilnehmerInnen, die sogar im Anschluss Daten austauschten und in Kontakt bleiben wollen.

Meine Session: Die Anti-Stress-Werkstatt

Mein mittlerweile drittes BarCamp war für mich auch Anlass, selbst eine vorbereitete Session anzubieten. Im Workshop „Die Anti-Stress-Werkstatt“ konnten meine TeilnehmerInnen Stressoren in ihrem Berufsalltag identifizieren, sich über ihre Erfahrungen im Umgang mit Stress austauschen und neue Lösungsansätze für die Bewältigung von Belastungen mit nach Hause nehmen.

1) Stressoren identifizieren

Im ersten Schritt haben wir Stressoren im Arbeitsumfeld identifiziert. Stressoren sind ganz konkrete Arbeitssituationen, arbeitsorganisatorische Abläufe, beteiligte Person, Gegenstände oder räumliche Faktoren, die Stress verursachen.

Gefunden haben die TeilnehmerInnen meiner Session Stressoren aus allen drei klassischen Stressbereichen:

  • Soziale Situation: Fehlende Kommunikation, emotionale Ebene statt Sachebene, Tratsch und Lästereien, Konflikte mit KollegInnen, …
  • Arbeitsaufgaben: Zeitdruck, zu wenige Ressourcen, zu viele E-Mails, überzogene Leistungsanforderungen, nix zu tun, Unterforderung, …
  • Rahmenbedingungen: Störer wie ein ständig klingendes Telefon, Abrufbereitschaft am Wochenende, Großraumbüro, …

Das Identifizieren konkreter Stressoren ist der erste wichtige Schritt zur Stressbewältigung. Wer bloß „Stress auf der Arbeit“ hat oder sich „ständig gestresst“ fühlt, ohne die Ursache klar benennen zu können, hat es ungleich schwerer, Wege aus der Misere zu finden.

2) Perspektive erweitern

Im zweiten Schritt habe ich die TeilnehmerInnen gebeten, ihre eigenen Stressoren in Zweier-Teams miteinander zu besprechen. Drei Impulsfragen haben die Diskussion gestützt und strukturiert:

  • Wie spezifisch ist der Stress? Was genau stört / stresst / reibt auf? Situationen, Personen, Gegenstände, Abläufe …
  • Wie relevant ist der Stress? Was bedeutet er jetzt für Ihr (gesamtes) Leben? Wie werden Sie in 10 Jahren darauf zurückblicken?
  • Wie sehen andere Menschen den Stress? Stören sich Ihre KollegInnen auch an ihm? Würde sich Ihr Übungspartner daran stoßen?

Das Teilen von Erfahrungen ist zur Unterstützung der Stressbewältigung sehr wichtig. Zum einen können wir uns „Luft machen“ und behalten den Ärger nicht in uns, zum anderen können uns andere Menschen neue Perspektiven aufzeigen, die wir im akuten Stressfall nicht mehr klar sehen.

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3) Lösungsansätze entwickeln

Im abschließenden Schritt hatten die TeilnehmerInnen Gelegenheit, ihre neu gewonnenen Erkenntnisse zu reflektieren und in konkrete Lösungsansätze umzuwandeln. Mit drei Impulsfragen habe ich sie dabei unterstützt:

  • Woran werden Sie merken, dass der Stress gelöst ist? Wie wird sich Ihr Leben verändert haben? Wie wird sich der (Berufs-)Alltag anfühlen?
  • Wo können Sie ansetzen? Wo läuft es gut? Mit wem können Sie sprechen? Auf welchem Fundament können Sie aufbauen?
  • Wie sehen Ihre nächsten Schritte aus? Was können Sie selbst am Montag tun? Was wünschen Sie sich von anderen? Und wie teilen Sie ihnen das mit? ;)

Einige TeilnehmerInnen haben Ihre nächsten Schritte direkt mit sich vereinbart. Andere haben sich etwas Zeit zur Reflexion genommen und werden wohl in den folgenden Tagen noch einmal auf die drei Impulsfragen zurückkommen.

Stress in Gelassenheit verwandeln – Das BarCamp Köln 2016

Mit der „Anti-Stress-Fabrik“ wollte ich meinen TeilnehmerInnen die Möglichkeit zu geben, für konkrete Stresssituationen in ihrem Berufsalltag neue Lösungsansätze zu entwickeln.

Doch nicht nur in meiner Session ging es darum, Stress in Gelassenheit zu verwandeln. Am gesamten BarCamp Köln 2016 spiegelte sich dieser Gedanke: Nach einer in vielen Fällen stressigen Arbeitswoche trafen 200 Menschen am Wochenende aufeinander, erweiterten die eigene Perspektive, gaben Wissen und Erfahrungen weiter, lernten von anderen und gingen erfüllt und gelassen nach Hause.

Ein großer Dank dafür geht an die Organisatoren , an die TeilnehmerInnen und an die Sponsoren.

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