Warum ich eine Auszeit für mich nehme, obwohl alles läuft

Seit Anfang des Jahres läuft es bei mir rund: Es kommen neue Coaching-Kunden, die zu mir passen und denen ich mit meiner Arbeit zielgerichtet helfen kann. Ich bin sehr sichtbar nach außen und bekomme von Interessenten vermehrt Rückmeldungen auf meine Inhalte. Und ich komme mit meiner Wochenstruktur gut durch den Tag, halte ein gesundes Energielevel, schaffe es oft an die frische Luft oder ins Yogastudio.

Trotzdem stimmt nicht alles, obwohl alles zu stimmen scheint. Ich fühle mich nicht hundertprozentig gelassen, sondern verspüre eine Unruhe, die an mir nagt. Natürlich überlege ich angestrengt, woran das liegen könnte und was ich dafür tun kann, die unterschwellige Unzufriedenheit zu reduzieren und erfolgreicher, effektiver und glücklicher in meiner Arbeit zu sein.

Noch ist es mir aber nicht gelungen, das herauszufinden. Genau das ist auch ein häufiges Problem meiner Coaching-Kunden. Sie wünschen sich,

  • morgens mit dem guten Gefühl in den Tag zu starten, dass sie wertvolle Arbeit leisten und damit wirklich etwas bewegen,
  • die eigene Situation besser steuern zu können und Dinge aus ihrem Alltag zu verbannen, die nicht so ganz passen und
  • vor allem konsequent zu sein und aktiv gegenzusteuern, wenn sich gerade etwas nicht stimmig anfühlt.

Was hält mich davon ab, eine Auszeit für mich zu nehmen?

Hast du in deiner Selbstständigkeit auch Strukturen aufgebaut und Routinen etabliert, mit denen es „läuft“, neue Kunden kommen, und du gut verdienst … aber irgendwie fühlt es sich nicht hundertprozentig stimmig an? Was hält dich davon ab, hieran etwas zu verändern und mehr Zufriedenheit, Fülle und Glück in deinem Business und Leben zu verwirklichen?

Bei mir ist es zuallererst die fehlende Zeit. Das Coachen bestehender und Akquirieren neuer Kunden, das Produzieren neuer Inhalte für Podcast und Social Media oder das Konzipieren und Durchführen von Workshops nimmt so viel Raum ein, dass mir oft einfach die Zeit fehlt, zu fragen wie stimmig mein Alltag eigentlich gerade ist.

Eine Auszeit für mich einzuplanen, fällt mir schwer, weil ich damit genau die Routinen unterbrechen muss, die laufen.

Dazu kommt, dass ich mir über lange Zeit Routinen und Strukturen erarbeitet habe, die momentan funktionieren: Ich weiß zum Beispiel genau, welche Aufgaben donnerstags zu erledigen sind, um dienstags einen neuen Beitrag zu veröffentlichen. Eine Auszeit für mich einzuplanen, fällt mir schwer, weil ich damit genau die Routinen unterbrechen muss, die laufen.

Und letztlich ist da noch eine Angst: Wenn ich jetzt beginne, auch noch die Dinge zu hinterfragen, die funktionieren, was kommt dann dabei raus? Ich habe keine Ahnung! Und das bereitet mir Sorge, vielleicht von einem milden Regenschauer in einer überquellenden Traufe zu landen. ;)

Wie löse ich das nun? Ich habe mich für den radikalen Schritt entschieden, eine Auszeit für mich einzulegen und alles für April Geplante zu pausieren. Wie genau ich das angehe und mich damit der unterschwelligen Unzufriedenheit stelle, verrate ich dir weiter unten. Auch wenn du meine Schritte nicht in aller Radikalität nachvollziehen kannst oder willst, lade ich Dich ein, Dich davon inspirieren zu lassen und ganz bewusst dahin zu schauen, wo es bei dir momentan noch nicht ganz stimmig ist.

Warum ich eine Auszeit für mich nehme, obwohl alles läuft

So reduziere ich akuten Stress und schaffe Raum zum Durchatmen

Wenn du meiner Arbeit schon eine Weile folgst, weißt du, dass ich Gelassenheit nicht für ein Talent halte, was der eine hat und der andere nicht, sondern für eine erlernbare Fähigkeit. Es gibt allerdings keine 08:15-Methoden oder die immer gleichen Erfolgsschritte für jeden von uns, sondern du musst herausfinden, mit welchen Strategien du ganz speziell gelassener, erfolgreicher, zufriedener durch deinen Alltag kommst. Deshalb arbeite ich mit meinen Kunden ja auch in Form von Coaching zusammen, immer abgestimmt auf die individuelle Situation.

Für April hatte ich große Pläne, denn ich wollte möglichst viele kostenfreie Plätze für ein Erstgespräch anbieten. Dazu hatte ich ein Konzept ausgearbeitet, meine Ideen mit Kollegen diskutiert und sogar meine Business-Mentorin hinzugezogen. Doch obwohl viele Stunden reinflossen, kam ich nie an den Punkt, an dem es so knackig wurde, dass ich hundertprozentig überzeugt gewesen wäre und damit guten Gewissens auf potenzielle Kunden hätte zugehen wollen.

Ich muss etwas nicht durchziehen, nur weil ich es geplant und bereits daran gearbeitet habe.

Irgendwann hat es für mich dann keinen Sinn mehr gemacht, weiter dranzubleiben und verbissen zu versuchen, das Konzept rund zu kriegen. Also habe ich die Aktion erstmal abgeblasen und lege nun eine Auszeit für mich ein, in der ich einen freien Kopf gewinne und mich auf andere Dinge konzentriere.

So eine Auszeit muss übrigens gar nicht bedeuten, etwas Pausiertes nie wieder anzufassen. Mit ihrer Hilfe können wir uns für den Moment Erleichterung verschaffen und gegebenenfalls zu den Aufgaben, Projekten oder Kunden zurückkehren, mit denen es im Moment schwierig ist. Wir müssen etwas nicht durchziehen, nur weil wir es geplant und bereits daran gearbeitet haben.

So pausiere ich Routinen und gewinne Raum für meine Entwicklung

Dann wurde ich nachdenklich: Es hat sich gut angefühlt, von einer Sache loszulassen, die ich mir zum festen Ziel gesetzt hatte, die aber nicht so heranwachsen wollte, wie ich es gerne gehabt hätte. Ist da vielleicht noch mehr, was ich mal überprüfen könnte?

Ich habe zum Beispiel gemerkt, dass ich seit Anfang des Jahres sehr effizient arbeite: ich produziere regelmäßig neuen Content (wie diesen Beitrag hier), stoße routiniert Kooperationen mit Kollegen an, … Doch auch die effizienten Routinen profitieren davon, sich Zeit zu nehmen und zu schauen, ob sie noch passen. Und so habe ich mir nicht nur erlaubt, die geplante April-Aktion auf Eis zu legen, sondern auch alle Dinge zu pausieren, die ich regelmäßig täglich oder wöchentlich tue.

Dann habe ich mir erlaubt, auch alle Dinge zu pausieren, die ich regelmäßig tue.

Ganz konkret heißt das, dass ich derzeit keine neue Folgen vom Mindful Monday produziere, meiner wöchentlichen FB-Live-Show, in der ich Dir jeden Montag eine neue Gelassenheits-Übung gezeigt habe. Auch ist dieser Beitrag, den liest, der vorerst letzte, die auch in hörbarer Form des Gelassenheitsgestalter Podcasts erscheint.

Das heißt natürlich nicht, dass es nie wieder eine Gelassenheits-Übung oder eine Podcast-Folge geben wird, sondern es bedeutet, dass ich mir die Auszeit für mich nehme, um diese Formate zu evaluieren: wie sehr sie auf meine Ziele einzahlen, aber auch, wie stimmig sie sich für mich anfühlen. Und anschließend wird sich zeigen, welche Formate gehen, welche wiederkommen und welche sich verändern.

So stelle ich mir auch die großen Fragen, die schmerzen könnten

Auf die Pause freue ich mich schon total. Schließlich war mein Alltag in den letzten Monaten sehr dicht gepackt mit Dingen, die zu erledigen und zu produzieren waren. Und es gab nur wenig Raum dafür, kreativ zu werden und Dinge auch mal anders anzugehen.

Hast Du Dir schon mal eine Auszeit genommen:

  • Einen Urlaub gemacht vom täglichen Wahnsinn, vielleicht in der Sonne?
  • Dir eine Challenge gesetzt und einen Berg bestiegen?
  • Kontemplativ den Jakobsweg beschritten (auch im übertragenen Sinne)?

Dann weißt du: es tut gut, Abstand von den gewohnten Routinen zu bekommen. Wir gewinnen dadurch neue Kraft. Es besteht aber auch die Gefahr, nach der Rückkehr von deiner Auszeit wieder in den alten Abläufen zu landen und alles wie vorher zu machen.

Um das zu vermeiden, möchte ich die Auszeit für mich auch nutzen, um eine ehrliche Bestandsaufnahme zu machen:

  • Bin ich auf dem richtigen Weg? Was ist der „richtige“ Weg für mich?
  • Stimmt das, was ich kommuniziere, noch mit meiner Mission überein?
  • Erreiche ich wirklich die Menschen, die ich erreichen will?

Aus dem Coaching mit Kunden weiß ich, dass diese ganz großen Fragen Angst auslösen, weil sie (vermeintlich) alles Bisherige anzweifeln. Aber hier verbirgt sich für uns als Selbstständige auch eine Chance: Wir können und dürfen uns diese großen Fragen stellen und wir haben den Raum, unsere Erkenntnisse dann tatsächlich umzusetzen. Schließlich können wir unser Business, unsere Produkte und Dienstleistungen, unsere Kundenbeziehungen usw. so gestalten, wie wir das für richtig halten.

Warum ich eine Auszeit für mich nehme – und wie es weitergeht

Wenn wir diese Chance nutzen wollen, müssen wir uns aber erlauben, Raum zu schaffen, darüber nachzudenken, reinzuspüren und unser Business und Leben neu zu gestalten. Ich nehme mir dafür jetzt Zeit und Raum und bin ganz gespannt, was dabei rauskommt.

Und jetzt interessieren mich deine Erfahrungen:

Was ist für dich gerade nicht stimmig und was hält dich davon ab, etwas daran zu verändern?

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