Auftraggeber zahlt nicht

Der Auftraggeber zahlt nicht? Meine Coachees finden das total unverschämt! Der Ärger und die Energie, die darein fließen, sind aber nicht gut angelegt. Letztlich entscheidet der Kunde selbst, was er tut – egal wie wir darauf reagieren.

Hier verrate ich dir, wie du für deine Forderungen einstehst und Konsequenzen ziehst, wenn sie nicht erfüllt werden. Und das ganz ohne wütende E-Mails zu formulieren oder die Kommunikation einzustellen.

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Dein Auftraggeber zahlt nicht? Breaking News: Der darf das! Denn er kann sich selbst entscheiden, ob er dich für die Arbeit, die du geleistet hast, bezahlt oder nicht. Das liegt völlig außerhalb deiner Macht. Was aber in deiner Macht liegt, ist wie du das findest und wie du damit umgehst.

Wenn ich mit meinen Coachees über dieses Thema spreche, finden sie es wahnsinnig unverschämt von ihrem Auftraggeber, dass er seine Rechnung nicht bezahlt. Denn sie haben ja wertvolle Arbeit geleistet, die jetzt nicht entlohnt wird. Oft regen sie sich schrecklich auf, haben einen heftigen Groll in sich. Und mit dieser Stimmung schreiben sie dann entweder böse E-Mails („Die Zahlung ist immer noch nicht auf meinem Konto eingegangen!“) oder sie stellen die Kommunikation ein.

Wir konzentrieren uns auf den Auftraggeber und versuchen ihn dazu zu bringen, die Rechnung zu bezahlen.

Beides hab ich selber früher schon gemacht und beides ist keine ideale Lösung! Denn damit konzentrieren wir uns auf den Auftraggeber und versuchen ihn dazu zu bringen, die Rechnung zu bezahlen. Das liegt aber völlig außerhalb unserer Macht, wir können ihn nicht dazu bewegen. Als Alternative möchte ich dir heute anbieten, mal zu dir zu schauen. Im Sinne von: Mein Auftraggeber zahlt nicht, also was kann ich für mich tun?

Auftraggeber zahlt nicht? Das kannst du tun

Du hast jede Menge Handhabe, wenn dein Auftraggeber seine Rechnung nicht begleicht. Zuerst gibt es all die kommunikativen Instrumente: Du kannst zum Beispiel einfach mal nachfragen. Oft ist ein klärendes Telefonat viel wertoller als eine wütende E-Mail. Auch kannst du eine freundliche Zahlungserinnerung formulieren. Das sind kommunikative Instrumente. Dann hast du auch rechtliche Instrumente: Dinge, die dir von Rechts wegen zustehen. Du kannst eine Mahnung formulieren. Du kannst über einen Anwalt einen Mahnbescheid in Auftrag geben, um deine Forderung durchzusetzen.

Du kannst dich jederzeit entscheiden, die Arbeit niederzulegen.

Und letztlich stehen dir auch Instrumente zur Verfügung, die mit deinem eigenen Handeln zu tun haben. So kannst du dir zum Beispiel überlegen, die Arbeit niederzulegen. Wenn ihr beispielsweise in einem langen Projekt Teilzahlungen vereinbart habt und eine dieser Teilzahlungen nicht erfolgt, kannst du deine Arbeit pausieren bis dieses Geld da ist. Und natürlich kannst du dir auch überlegen, in Zukunft nicht mehr mit einem Auftraggeber zu arbeiten, der so eine schlechte Zahlungsmoral an den Tag legt.

Darauf kommt es wirklich an

Bei all diesen Instrumenten, die dir zur Verfügung stehen, ist es wichtig zu wissen: Du kannst deinen Auftraggeber nicht zum Zahlen bringen. Aber du kannst für deine Forderungen einstehen. Dein Auftraggeber trifft für sich selbst die bewusste Entscheidung, eine Rechnung nicht zu bezahlen. Selbst wenn er die Rechnung vergisst oder seine Buchhalterin krank ist, hat er immer noch die bewusst entschieden, sich auf andere Dinge zu fokussieren oder nicht für Ersatz zu sorgen.

Du kannst deinen Auftraggeber nicht zum Zahlen bringen. Aber du kannst für deine Forderungen einstehen.

Wichtig ist, dass du dich nicht verbiegst. Du solltest nie das Gefühl haben, eine nicht beglichene Rechnung aushalten oder überbrücken zu müssen. Das einzige, was du tun musst, ist konsequent zu sein und für dich einzustehen. Und diese Konsequenz kommt nicht von irgendwo oder ist nur da, weil du dein Recht durchsetzen willst; sondern sie fußt auf zwei Dingen:

Das eine sind deine Bedürfnisse. Du brauchst das Geld zum Beispiel, um deine laufenden Kosten zu decken, vielleicht hast du Mitarbeiter, die bezahlt werden wollen, oder eine Familie, die du versorgen willst – dann hast du auch eine große Verantwortung und somit ein gewichtiger Grund für deine Konsequenz.

Das andere sind deine Werte. Wenn du mir schon länger folgst, dann gehörst du wahrscheinlich zu den Menschen, die respektvoll mit ihren Auftraggebern umgehen wollen, ihnen auf Augenhöhe begegnen möchten und davon überzeugt sind, wertvolle Arbeit zu leisten, die einen entsprechenden Gegenwert verdient.

Deine Konsequenz fußt auf deinen Bedürfnissen und Werten.

Dein Auftraggeber zahlt nicht? Dann weißt du jetzt, wo du ansetzen kannst.

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